Unsere
Standortbestimmung
für Ihre Zukunft

Mixed-Reality-Brille

Wie die Hololens den Produktionsalltag eines Lackherstellers verändert

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch* / Anke Geipel-Kern

Nachgefragt bei Marcus Kotsch, Portfoliomanager bei Yaveon

Marcus Kotsch, Portfoliomanager bei Yaveon
Marcus Kotsch, Portfoliomanager bei Yaveon (Bild: Friedrun Reinhold)

Herr Kotsch, Microsoft hat im Herbst letzten Jahres mit der Auslieferung der Hololens an ausgewählte Partner und Entwickler begonnen. Erzählen Sie uns, wie Yaveon an die Brille gekommen ist?

Kotsch: Yaveon hatte hier in enger Zusammenarbeit mit Daenet, einem führenden IoT-Partner von Microsoft, bereits im Frühjahr davor Zugriff auf einige der wenigen in Deutschland verfügbaren Hololens-Exemplare.

Wie groß ist das Interesse der Industrie an der neuen Mixed Reality-Technik?

Kotsch: Die Mixed-Reality-Technik ist bereits seit einigen Jahren ein Forschungsbereich in dem sich große europäische Konzerne engagieren. Die Einsatzgebiete der entwickelten Hard- und Softwarelösungen reichen von der Forschung & Entwicklung über Planung und Produktion bis in den Service Bereich. Seitdem wir unseren Kunden die Hololens als neues Device vorgestellt haben, sind viele Kunden vor allem im Bereich der Logistik (von der Wareneingangsprüfung bis zur Kommissionierung) und im Service mit Praxisideen auf uns zugekommen. Wir arbeiten u.a. mit der BAUA an Fragen der Arbeitssicherheit und der Ergonomie.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Bergolin zustande?

Kotsch: Bergolin ist einer unserer langjährigen Kunden, der bereits die gesamten Unternehmens-Prozesse in hohem Maße mit Microsoft Dynamics digitalisiert hat. Letztlich war es aber die konkrete Idee von Christoph Heinen von Bergolin die Microsoft Hololens in der Produktion zu nutzen, die wir gerne aufgegriffen haben. ? Jetzt ist das erste Pilotprojekt fast abgeschlossen.

Gibt es schon weitere Pläne?

Kotsch: Wir haben natürlich Ideen, wo sich mögliche Einsatzfelder öffnen. Als Einsatzfeld für die Hololens sehen wir die Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln. Einige pharmazeutische Betriebe mischen Wirkstoffe individuell, um eng auf den Patienten abgestimmte Rezepturen zu erzeugen. Die Hololens könnte dabei sicherstellen, dass der Mitarbeiter durch den Herstellungsprozess geführt und jeder Einsatz eines Inhaltsstoffes in Echtzeit mit den Rezepturdaten abgeglichen wird. Möglich ist auch die Überwachung der Technologieentwicklung sowie mehrdimensionale Key Performance Indikatoren im Finanzcontrolling.

Wie können Anwender hier vom Mixed-Reality-Einsatz profitieren?

Kotsch: Im Engineering und im Anlagenbau müssen Entwickler teilweise drei bis fünf Bildschirme gleichzeitig verfolgen, um während eines Tests sämtliche Temperatur- und Telemetriedaten im Blick zu haben. Die Hololens könnte farbige Werte einblenden. Wechselt die Farbe auf rot, so weiß der Entwickler, auf welchen Bildschirm er schauen muss, um die anormalen Werte zu sehen. Im Finanzwesen schließlich könnte sich ein Controller mehrdimensionale Schlüsselwerte grafisch animieren lassen. Das ist sehr viel plastischer als Tabellen oder Grafiken in Excel.

* * Der Autor ist Journalist in Stuttgart. Kontakt Yaveon: +49-931-46555-151

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44464649 / Vernetzte Welten)