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Mixed-Reality-Brille

Wie die Hololens den Produktionsalltag eines Lackherstellers verändert

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch* / Anke Geipel-Kern

Fertigung und Logistik als künftige Einsatzfelder

Erste Tests mit der Mixed-Reality-Brille hat Bergolin erfolgreich abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass sich die Hololens auch in einer großen Fertigungshalle orientieren kann, und die Gestensteuerung der Dashboards sowie die Datenübertragung zu Yaveon Probatch gut funktionieren. Im nächsten Schritt will das Unternehmen den Dauereinsatz testen. Entstehen soll eine Erweiterung für Yaveon Probatch, mit der sich Prozesse in Fertigung und Logistik steuern lassen.

Die virtuelle Arbeitsumgebung für die Hololens hat der Microsoft Partner Daenet entwickelt, der in der Vergangenheit u.a. Integrationsszenarien über Microsoft Biztalk Server realisiert hat.

„Die grafische Anwendungsoberfläche haben wir mit der 3D-Entwicklungsumgebung Unity erstellt“, berichtet Sales Manager Holzwarth. „Wir sehen beim Einsatz von Augmented- bzw. Mixed-Reality-Geräten in der Fertigung und der Logistik einen Zukunftsmarkt.“

Bei der Koppelung der Brille mit der betriebswirtschaftlichen Lösung nutzt Yaveon laut Portfoliomanager Marcus Kotsch zwei Varianten: Die Übertragung der Prozessdaten erfolgt über Seitenbeschreibungssprache HTML (Hypertext Markup Language). Sollen zusätzliche Informationen übermittelt werden, kommt Universal App zum Einsatz, die Entwicklungsplattform von Windows 10. „Die Hololens kennt den Lagerplatz eines gesuchten Produktes und zeigt den Weg dorthin“, berichtet Kotsch. „Nähert sich der Arbeiter dem Lagerplatz, bekommt er ein Licht eingespiegelt, damit er sofort weiß, wohin er greifen muss.“

Diese Art der Logistiksteuerung könne das Verfahren „Pick by Light“ ablösen. Hierbei gehe nahe bei dem gesuchten Artikel ein Licht an. Das aufwändige Einrichten eines Lagers für die Pick-by-Light-Technologie entfalle auf diese Weise.

Ergonomierichtlinien entstehen gerade erst

Da Bergolin als erstes Unternehmen in der Lackbranche mit der Hololens arbeitet, gibt es noch keine gesetzlichen Regelungen für deren Einsatz. Mittelfristig rechnet Heinen damit, dass Ergonomierichtlinien festlegen, wie lange Mitarbeiter mit einer Mixed-Reality-Brille arbeiten dürfen, oder wie dort Informationen eingeblendet werden, um die Augen nicht zu überlasten. Für den Usability-Test hatte Heinen junge Mitarbeiter herausgesucht, die dieser Technologie positiv gegenüberstehen. Für den nächsten Schritt hat der IT-Leiter Kontakt mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aufgenommen. Yaveon-Manager Kotsch hält diesen Kontakt für sehr wichtig: „Wir müssen eine Lösung schaffen, die allen Anforderungen der Praxis genügt. Daher stimmen auch wir uns mit den Arbeitsmedizinern ab.“

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