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Mixed-Reality-Brille

Wie die Hololens den Produktionsalltag eines Lackherstellers verändert

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch* / Anke Geipel-Kern

Somit können sie jeden Arbeitsschritt sofort ins IT-System melden. „Bewegt sich der Arbeiter zur nächsten Maschine, sieht er ein anderes Dashboard“, erklärt Bernd Holzwarth, Sales-Manager des Microsoft-Partners Daenet, der die Arbeitsumgebung für die Mixed-Reality-Brille entwickelt hat.

Die Positionierung des Dashboards startet der Sprachbefehl ‚Begin Setup‘ Nach dem Kommando ‚End Setup‘ wechselt die Mixed-Reality-Brille in den Prozessmodus.

Bergolin will auf diese Weise die papierbasierte Steuerung und Dokumentation der Fertigung ablösen. „Unser Mitarbeiter bestätigt über eine Geste, dass er diesen oder jenen Rohstoff in den Mischbehälter gegeben und dass die Temperatur dabei X Grad betragen hat“, berichtet Heinen. „Diese Daten übertragen wir in Echtzeit in unsere betriebswirtschaftliche Software.“

Um seine Geschäftsprozesse zu optimieren, hat der Lackhersteller die auf Microsoft Dynamics Nav 2013 basierende Branchenlösung Yaveon Probatch eingeführt, welche die Geschäftsprozesse für die Farben- und Lackindustrie in Produktion, Logistik und Finanzbuchhaltung abbildet.

Von der Hololens verspricht sich Bergolin eine detaillierte Fertigungssteuerung. „Wir blenden dem Mitarbeiter immer nur den momentanen Arbeitsschritt ein“, erläutert Heinen. „So wollen wir die Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig die Qualität steigern.“ Auf dem Papier habe der Arbeiter immer den gesamten Ablauf gesehen, und es sei möglich gewesen, Arbeitsschritte in einer anderen Reihenfolge abzuarbeiten, weil beispielsweise der für einen späteren Schritt benötigte Rohstoff bereits in Griffnähe war.

Eingeblendete Checklisten steigern die Arbeitssicherheit

Auch die Arbeitssicherheit soll gesteigert werden, indem sie Mitarbeiter vor Gefahren warnt: „Pulverförmige Stoffe dürfen unsere Mitarbeiter nur mit einer Staubschutzmaske verarbeiten“, berichtet Heinen. „Wir blenden bei diesem Arbeitsschritt eine Checkliste ein, und der Mitarbeiter bestätigt über eine Geste, dass er diese Maske angelegt hat. Tut er das nicht, bekommt er den nächsten Arbeitsschritt nicht angezeigt.“

Die Hololens orientiert sich über Infrarot. Hat das Gerät einmal die Topographie eines Raums gescannt, weiß es fortan seine Position darin auf den Zentimeter genau. Die Einblendungen der Mixed-Reality-Brille beziehen sich ausschließlich auf die künstlichen Objekte, während der Anwender die Realität durch die eigenen Augen wahrnimmt.

Um zu verhindern, dass die Einblendungen Sicherheitshinweise an den Maschinen verdecken, zeigt der Lackhersteller die Dashboards immer an der gleichen Stelle: „Die Einblendungen erscheinen ausschließlich neben dem Mischbehälter oder neben einer Maschine an einer Stelle, die wir durch einen farbigen Rahmen und einen Barcode markiert haben“, berichtet Heinen. „So vermeiden wir eine Gefährdung der Arbeiter, und die Hololens erkennt, welches Dashboard sie an dieser Station einblenden soll.“

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