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Wie aus Einzelmaßnahmen ein Industrie-4.0-nahes System wird

| Autor: Stefanie Michel

Die Betriebszustände der Maschine kennen und daraus Aktionen ableiten: technisch schon lang möglich, doch durch Industrie 4.0 rückt das mehr und mehr ins Bewußtsein des Anwenders.
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Die Betriebszustände der Maschine kennen und daraus Aktionen ableiten: technisch schon lang möglich, doch durch Industrie 4.0 rückt das mehr und mehr ins Bewußtsein des Anwenders. (Bild: Boge)

Betriebszustände zu erfassen oder die Einbindung in übergeordnete Systeme waren in der Druckluftbranche schon vor Industrie 4.0 Standard. Doch mit neuen Technologien, hoher Softwareaffinität und dem Mut, neue Ideen zu verwirklichen, setzt sich aus Einzelentwicklungen ein großes Bild zusammen, das Industrie 4.0 nahe kommt.

Intelligenz? Vernetzung? Datengetriebene Services? All diese Themen, die heute unter dem Begriff „Industrie 4.0“ zusammengefasst sind, bringen den Kompressorenhersteller Boge aus Bielefeld nicht ins Schwitzen. Vieles davon hat sich bereits seit Langem in der Druckluftbranche etabliert, vor allem getrieben durch den Service. Geschäftsführer Thorsten Meier macht klar, warum das so ist: „Druckluft fällt dann auf, wenn sie nicht da ist. Daher waren wir früh motiviert, uns Gedanken zu machen, wie wir und der Anwender möglichst genau über den Zustand der Anlage Bescheid wissen.“ Nur dann lässt sich rechtzeitig erkennen, ob die Maschine optimal betrieben wird oder ob eine Wartung ansteht.

Hohe Fertigungstiefe für das optimale Endprodukt

Um solche Aussagen treffen zu können, muss man seine Produkte kennen und verstehen. Dieses Wissen sichert sich Boge durch seine hohen Fertigungstiefe. Unter anderem kommt sowohl die Maschinensteuerung als auch die übergeordnete Steuerung seit vielen Jahren aus dem eigenen Haus. Meier: „Wir maßen uns als Hersteller an, am besten zu wissen, welche Zustände einer Maschine erstrebenswert sind und welche eher nicht. Das versuchen wir dann natürlich auch in ‚codierten Zeilen’ niederzulegen und der Maschine sowie der übergeordneten Steuerung beizubringen.“ Für Boge ist es also nichts Revolutionäres, als Maschinenbauer Ressourcen in Programmierung und Software zu stecken. Neu ist allerdings das zunehmende Bewusstsein dafür – auch beim Kunden – sowie der steigende Bedarf an Mitarbeitern für die Programmierung von Steuerungstechnik und Analysesoftware.

Doch nicht nur softwareseitig zeigt sich das Unternehmen versiert; auch was die Technik betrifft, stecken die Entwickler sehr tief in den einzelnen Fachgebieten. Der Grund ist einfach: Bestimmte Komponenten haben einen großen Einfluss auf das Endprodukt, aber die Anforderungen an diese Komponenten konnte bisher kein Hersteller auf dem Markt erfüllen. Deshalb wird vieles im Haus selbst entwickelt – oft auch mit externer Hilfe oder im Verbund mit Partnern, wie beispielsweise it's OWL.

Maschinendaten für Fernüberwachung und Analyse

Auch mit Servicekonzepten anhand von digitalen Daten betritt der Druckluftspezialist kein Neuland. Wie Meier berichtet, sind die Servicetechniker bereits seit über 15 Jahren mit Notebooks ausgestattet, um darauf sozusagen die „Lebensakte“ der Maschinen abzurufen. Ebenso ist es seit Langem technisch möglich, Maschinendaten für die Fernüberwachung oder für eigene Analysen zu protokollieren und daraus einen Service auszulösen – Puzzlesteine aus einer Zeit, in der nicht jede logische Entwicklung als Schritt hin zu Industrie 4.0 bezeichnet wurde. Solche Dienste werden bisher bei Weitem nicht so häufig genutzt, wie man vielleicht denken würde. „Ich glaube, wir waren da der Zeit voraus“, so Meier.

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