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Rohstoffmix der Zukunft

Wann endet das Ölzeitalter?

| Autor: Anke Geipel-Kern

Denn der Löwenanteil der fossilen Rohstoffe, die in den Raffinerien verarbeitet werden, fließt in die Erzeugung von Energie und Treibstoff. Dagegen ist der Erdölanteil, der zur Produktion von Chemikalien genutzt wird, eher gering. Der Verband der Chemischen Industrie nennt eine Zahl von acht bis zehn Prozent der jährlich geförderten Erdölmenge, die zur Chemikalienherstellung eingesetzt wird.

Paolo Frankl, Vertreter der Internationalen Energieagentur IEA, betonte 2014 auf der 22. European Biomass Conference in Hamburg: „Wenn wir den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad begrenzen wollen, benötigen wir einen biobasierten Anteil von 20 Prozent bei der weltweiten Nutzung von Biotreibstoffen.“

China setzt auf Biomasse

Die Einsicht, dass der ungebremste Verbrauch an Öl, Gas und Kohle die Lebensgrundlagen der Erde zerstören könnte, setzt sich deshalb in immer mehr Ländern durch. Sogar China, das auf gewaltigen Kohlevorkommen sitzt und beileibe nicht an Rohstoffknappheit leidet, propagiert im aktuellen Fünfjahresplan die Verwertung von Biomasse.

Damit will die politische Führung die Klimaprobleme und den Smog in den Griff bekommen, der die Luft in den Metropolen belastet. Aber auch deutsche Chemiekonzerne wie Evonik, BASF, Bayer, Wacker und Clariant haben das Thema Rohstoffwandel auf der Agenda. In Deutschland stammen nach Schätzungen des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) etwa zehn bis 15 Prozent der organischen Chemikalien aus nachwachsenden Quellen.

Bis 2030 könnte sich dieser Wert verdoppeln, erklärte VCI-Vizepräsident Karl-Ludwig Kley. Polyethylen, PVC und Polymilchsäure aus Zuckerrohr oder Mais legen derzeit den Charakter von Nischenprodukten ab und sind dabei, den Massenmarkt zu erobern. Der Feinchemiekonzern Evonik hat mittlerweile rund acht Prozent seiner erdölbasierten Rohstoffe durch Dextrose, Saccharose, Fette, Öle und Bioethanol ersetzt. BASF stellt seit letztem Jahr im industriellen Maßstab Bernsteinsäure im Bioreaktor her.

Druck durch die Verbraucher wächst

Doch welche Konzepte gibt es? Wie kann die Chemie flexibler werden? Können die gewaltigen Mengen erdölbasierter Chemikalien ersetzt werden? Schließlich schätzt die IEA Bioenergy in ihrem jüngsten Report die weltweite Produktion von Basisstoffen wie Methanol, Ethylen, Propylen und Butadien auf 330 Millionen Tonnen jährlich.

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