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Der digitale Zwilling lebt

| Autor / Redakteur: Ralf Steck / Stefanie Michel

Funktionen technologieneutral betrachten

Der digitale Zwilling bekommt eine große Bedeutung, wenn es um moderne, smarte Produkte geht – denn bei diesen steht nicht mehr die mechanische Entwicklung im Vordergrund, sondern die Produkte bestehen aus Mechanik, Elektronik und Software. Alle drei Bereiche sind gleichwertig in ihrer Bedeutung für die Funktionalität und den Erfolg des Produkts. Das früher übliche Vorgehen, dass die Steuerungssoftware erst entwickelt wurde, nachdem der mechanische Aufbau festgelegt war, ist heute nicht mehr zielführend. Funktionen lassen sich jetzt auf verschiedene Weise implementieren – deshalb ist es auch so wichtig, zu Beginn sozusagen technologieneutral über die Funktionen nachzudenken.

Während beispielsweise das Kurvenlicht bei Citroens berühmter Déesse noch mittels eines Seilzugs realisiert wurde – also mechanisch – sind viele aktuelle Kurvenlichter über Software gelöst: Die Steuerung des Wagens erkennt anhand des Lenkeinschlagwinkels, der unter anderem für ESP und ABS gemessen wird, dass das Auto eine Kurve fährt. Dann schaltet diese Steuerung über den CAN-Bus gezielt den linken oder rechten Nebelscheinwerfer ein. Lässt sich eine solche Funktionalität durch die Kombination bestehender Sensoren und Aktoren in Software realisieren, ist der Kostenvorteil natürlich eklatant. Zudem lassen sich Softwarefunktionen in Form eines Updates nachliefern oder gegen Aufpreis freischalten.

Digitaler Zwilling wirkt immer mehr in den Produktlebenszyklus ein

Die Beispiele zeigen, wie ein vollständiges digitales Modell hilft, Produkte zu entwickeln und zu optimieren. Doch die Digitalisierung und der digitale Zwilling wirken immer stärker auch in die „Lebensphase“ des Produkts hinein – das Stichwort ist „Internet der Dinge“ (Internet of Things. IoT). Intelligente beziehungsweise smarte Produkte können ständig ihren Zustand messen und kommunizieren sowie Informationen entgegennehmen. Das wohl bekannteste smarte Produkt ist das Smartphone. Es lässt sich individuell mit Funktionen ausstatten – indem man Apps aufspielt – und verknüpft eigene Informationen, beispielsweise den GPS-Standort, mit Informationen aus dem Internet, beispielsweise einer Umgebungskarte.

Da alle Smartphones unentwegt ihren Standort an den Hersteller senden, lassen sich beispielsweise aus den Standortdaten vieler Smartphones lokale Verkehrslageberichte erstellen – Google Maps macht das so. Dieses Beispiel zeigt die Macht der smarten Produkte: Auf Basis der von den Geräten gewonnenen Daten lassen sich neue Dienste und Produkte entwickeln, die weit über den ursprünglichen Zweck des Geräts hinausgehen.

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